5 Quadratmeter KlaustrophobieDas alte Polizeigewahrsam in der Klapperfeldstraße in Frankfurt war noch bis 2002 in Betrieb. Der ehemalige Gefängnisbau aus dem Jahre 1896 diente zuletzt der „Aufbewahrung“ vorläufig Festgenommener, die innerhalb von 24 Stunden dem Haftrichter vorgeführt werden mussten. Aber auch Abschiebehäftlinge wurden hier untergebracht, und oft erheblich länger, als nur für einen Tag...
2007 und 2008 wurde das Polizeigewahrsam für Besucher geöffnet. Kein schöner Ort, zweifellos, und die Aura von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung legt sich einem aufs Gemüt. Es ist dreckig und klebrig dort, und penetranter Uringestank schwängert nach Jahren noch die Luft.
Unvorstellbar, dass hier in zivilisierter Neuzeit noch Menschen eingesperrt wurden, in winzigen Zellen, die nach dem Tierschutzgesetz nicht einmal für Zwingerhunde zulässig wären. Die Wände erzählen Geschichten in Form von Graffitis, Obszönitäten zumeist, aber auch Lebensweisheiten und Tagebucheinträge, oft in fremden Sprachen.
Ein unrühmliches Kapitel Frankfurter Geschichte, weshalb die Stadt über den Abriss der historischen Stätte nachdenkt. Inzwischen will man das Gewahrsam der Hausbesetzerszene als Wohnraum (!) zur Verfügung stellen... |









